Geld ist flüchtig. Langsam verdient, schnell ausgegeben, schnell abgenommen. Jeder Cent ist wichtig und damit auch jedes Dokument, das Sie in Geldfragen erhalten oder abgeben. Deshalb muss Geld gepflegt und organisiert werden.
Vertrauen ist nicht Wissen
Ich habe oft beobachtet, dass Kunden vom Geldgewerbe und von den Medien die falschen Impulse erhalten. Dem Kunden wird suggeriert, es sei besonders clever und fortschrittlich, Steuern zu minimieren, um Preise zu feilschen oder das neueste Kombinationsprodukt zu konsumieren. Systematik und Zielrichtung vorhandener Finanzanlagen und Schulden bleiben außen vor. Häufig werden die Lebensziele, -umstände oder -absichten des Kunden nicht analysiert. Die Schuldnerberatungen können viel über die Resultate berichten.
cit.» Mit welchen Aktien mache ich 30 Prozent Plus? Soll ich mal Optionsscheine kaufen? Bei der Eigentumswohnung kann man doch wohl nichts falsch machen! Ich müsste noch mal was kaufen, sonst zahle ich zu viele Steuern! «cit.
Keine dieser Fragen und Aussagen kann in wenigen Minuten beantwortet werden.
Bedenken Sie: In deutschen Kreditinstituten werden zwischen 1.000 und 2.000 Durchschnittsverdiener von einem Angestellten in rund 220 Arbeitstagen pro Jahr betreut. Von der reinen Arbeitszeit müssen je nach Ausstattung zwischen 30 und 60 Prozent für Verwaltungstätigkeiten aufgewendet werden. Bei allem guten Willen: Für Antworten bleibt nicht viel Zeit. Blindes Vertrauen kann eine intensive Beratung gewiss nicht ersetzen.
Die Existenz geht vor
Die bedeutendste Aufgabe der Organisation Ihres Geldes ist nicht die Befriedigung des Steuerspartriebs oder die Erfüllung von Rendite(alb)träumen. An erster Stelle steht die dauerhafte Sicherung der eigenen Existenz unter umfassender Berücksichtigung persönlicher Ziele.
Nur wer ausreichend flüssige und sicher investierte Mittel bis an sein Lebensende sein eigen nennt, muss sich über seine Existenz keine Gedanken machen und kann an diesem Grundsatz vorbeigehen.
Vermittler oder Berater?
Auch wenn gerne trotzig das Gegenteil behauptet wird: Banker, Versicherungsvertreter und viele sogenannte Finanzberater sind abhängig.
In erster Linie aber nicht von Ihnen als Kunde, sondern von ihren Lieferanten oder Chefs. Es wird verkauft und vermittelt, was gerade Trend ist, in einer Anweisung steht oder das meiste Einkommen für den Verkäufer bringt.
Wer hat den Vorteil?
Das ist legitim, aber Sie sollten es bedenken. Denn das heißt, bei den meisten "Beratern" sind Dritte im Spiel, die die Verkäufer mit Provisionen oder die Banker mit Tantiemen belohnen. Oder eben auch nicht, wenn der Erfolg ausbleibt. Das kann Ihnen gar keinen dauerhaften Nutzen bringen, jedenfalls nicht viel mehr als beim Roulettespiel.
Einer produziert - der andere berät
Geld organisieren bedeutet also, dass Sie jegliches Verleihen, Leihen oder Bewegen Ihrer Euros an Ihren eigenen Zielen und Interessen ausrichten. Nicht an denen der Kreditinstitute oder Vermittlerkolonnen.
Es gibt viele Situationen, in denen unabhängige Beratung vorteilhaft ist. Wenn Sie genau wissen, was Sie benötigen, gehen Sie zum Produkthersteller 1) oder Agenten und kaufen es. Wenn Sie es nicht genau wissen, sollten Sie sich einen Überblick beim Berater verschaffen.
Ich bin Berater. Ich arbeite für Sie und Ihre Anliegen. Kein unsichtbarer Dritter, sondern Sie bezahlen mich persönlich für meine Leistungen. Auch ich bin also in diesem Sinne abhängig: aber nur von Ihnen. Eventuelle Provisionen der Produkthersteller erhalten Sie, nicht ich. Punkt.
1) Produkthersteller sind die Banken, Sparkassen, Bausparkassen, Lebensversicherungen und gleichartige Organisationen.
